Bildungsforschung kompakt

Die Meldungen im Februar

Beratungsgremium macht Vorschläge gegen Lehrkräftemangel

Die Ständige Wissenschaftliche Kommission (SWK) prognostiziert in ihrem aktuellen Gutachten, dass sich der Lehrkräftemangel in den kommenden 20 Jahren noch verschlimmern wird und hat Empfehlungen ausgesprochen, wie  das Problem gelindert werden kann. So empfiehlt das Gremium der Bildungsforscher eine Erhöhung der Arbeitszeit für Lehrkräfte, was durch eine Einschränkung von Teilzeitmöglichkeiten erreicht werden soll. Eine weitere Empfehlung der SWK zielt auf die befristete Erhöhung des Unterrichtskontingents pro Woche ab. Dafür wird ein finanzieller Ausgleich oder eine Abgeltung durch weniger Arbeitszeit in späteren Jahren vorgeschlagen. Gegebenenfalls sollen größere Klassen gebildet und Selbstlernzeiten für die Schülerinnen und Schüler eingeführt werden, um die Lehrkräfte zu entlasten. Auch eine erleichterte Anerkennung von Abschlüssen ausländischer Lehrkräfte regen die Wissenschaftler an. Die Lücke zwischen Bedarf und Angebot beziffern sie bis zum Jahr 2025 im schlimmsten Fall auf bis zu 70.000.Lehrkräften.
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Metastudie zeigt pandemiebedingten Lernrückstand in vielen Ländern

Weltweit hat die Corona-Pandemie zu einem großen Bildungsdefizit geführt. Das zeigt jetzt eine Metastudie der Universität Science Po in Paris, welche die Daten aus 42 Einzelstudien aus 15 Ländern zusammenführt, darunter Australien, Belgien, Brasilien, Kolumbien, Dänemark, Deutschland, Italien, Mexiko, Niederlande, Südafrika, Spanien, Schweden, Schweiz, Großbritannien und die USA. Der Studie zufolge erlebten etwa 95 Prozent der Schülerinnen und Schüler während der Pandemie Unterrichtsausfall. Dramatisch daran sei vor allem, so die Autoren der Studie, dass sozial benachteiligte Kinder aus ärmeren Haushalten, deren Eltern selbst nicht über höhere Bildung verfügen, am stärksten betroffen waren. Die größten Rückstände wurden in Mathematik angehäuft, ein Grund sei, dass in den Familien häufiger Lesen geübt werde als Rechnen.
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Berufsausbildung ist gefragt, aber viele Jugendliche gehen leer aus

Eine wachsende Zahl von Abiturient:innen entscheidet sich nach dem Schulabschluss für eine Berufsausbildung. Das ist das Ergebnis einer Studie des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. Demnach ist in den vergangenen zehn Jahren der Anteil derer, die mit dem Abitur eine duale oder schulische Ausbildung beginnen, von 35 Prozent im Jahr 2011, auf 47,4 Prozent im Jahr 2021 gestiegen. Schulabgänger:innen mit Hauptschulabschluss tun sich dagegen schwer, einen Ausbildungsplatz zu finden. Der Studie zufolge sinkt nicht nur die Zahl der Hauptschulabsolvent:innen insgesamt, sondern auch der Anteil derjenigen, die eine Ausbildung machen: Zwischen 2011 und 2021 hat sich der Anteil der Jugendlichen, die mit einem Hauptschulabschluss die Berufsausbildung beginnen, um ein Fünftel verringert. Insgesamt hat sich die Zahl der Jugendlichen deutlich erhöht, die sich weder in Ausbildung noch in der Schule oder in Arbeit befinden, die sogenannten NEETs (Not in Employment, Education or Training). 2021 werden in der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen 630.000 Personen zu den NEETs gezählt, im Jahr 2019 waren es 492.000. "Die Entwicklung ist dramatisch", sagt Dieter Dohmen, Autor der Studie. "Viel zu viele Jugendliche gehen auf dem Ausbildungsmarkt leer aus oder fallen ganz aus dem System. Wir müssen die Integrationsfähigkeit des Ausbildungssystems wieder deutlich erhöhen."
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