Schule erfolgreich führen – Erkenntnisse aus dem Master "Schulmanagement und Leadership"

Absolventinnen und Absolventen berichten von zentralen Erkenntnissen und prägenden Studienerlebnissen

Wie gelingt starke Schulführung? Der Masterstudiengang „Schulmanagement und Leadership“ an der Universität Tübingen verbindet aktuelles Forschungswissen mit praxisnahen Führungsimpulsen. Mit den Absolventinnen Christina Müller und Alexandra Nienhaus sowie den Absolventen Markus Krauth und Nico Tuncel haben wir über inhaltliche Schwerpunkte und persönliche Lerngewinne gesprochen.

Am 5. Dezember erhielten 52 Absolventinnen und Absolventen des Weiterbildungsmasters „Schulmanagement und Leadership“ in der Alten Aula der Universität Tübingen ihre Abschlussurkunden und blickten auf ein Studium zurück, das ihnen fachlich und persönlich neue Perspektiven eröffnet hat. 

Redaktion: Welche Schwerpunkte aus dem Masterstudiengang “Schulmanagement und Leadership" waren für Sie besonders relevant für die Praxis? 

Nico Tuncel: Besonders prägend war für mich das Modul Unterrichtsqualität und Unterrichtsentwicklung. Es vermittelte mir einen fundierten Überblick über zentrale Konzepte der Unterrichtsforschung und ermöglichte es mir, diese direkt auf Situationen in meiner Schule zu übertragen. Zugleich wuchs der Wunsch nach einer vertieften wissenschaftlichen Auseinandersetzung – ein Weg, der mich heute zur Promotion am Institut für Biologie und ihrer Didaktik der Pädagogischen Hochschule Freiburg geführt hat. Auch das Einstiegsmodul Schulmanagement und Leadership erwies sich als äußerst wertvoll. Es schärfte mein Verständnis von Schule als Organisation und hat meine Arbeit in schulischen Gremien nachhaltig professionalisiert. 
 
Markus Krauth:
Mit jedem Modul wurde mir bewusster, wie wichtig es ist, schulische Routinen zu hinterfragen, um das System Schule weiterzuentwickeln. Besonders deutlich wurde, dass gute Führung und professionelles Management entscheidend sind, um den Fokus auf das einzelne Kind nicht zu verlieren. Gleichzeitig zeigte sich aber auch, wie anspruchsvoll Veränderungsprozesse sind und wie viel Vertrauen, Kooperation und Engagement es dafür in den einzelnen Schulen und Kollegien braucht. 

Masterstudiengang „Schulmanagement und Leadership"

Von der digitalen Transformation über datenbasierte Schulentwicklung bis hin zu Kommunikations- und Führungsstrategien vermittelt der Masterstudiengang „Schulmanagement und Leadership" die notwendigen Werkzeuge, um Schulen als lebendige und zukunftsorientierte Lernorte zu gestalten. Der berufsbegleitende Weiterbildungsstudiengang wird vomHector-Institut für Empirische Bildungsforschung der Universität Tübingen in Kooperation mit der Akademie für Innovative Bildung und Management (aim), dem Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg (IBBW)und dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) angeboten. 

Redaktion: Welcher Moment aus Ihrem Studium wird Ihnen besonders in Erinnerung bleiben? 

Christina Müller: Besonders in Erinnerung bleibt mir das erste Präsenzwochenende auf dem Bildungscampus in Heilbronn. Die moderne Umgebung, die klare Struktur und die wertschätzende Atmosphäre haben sofort spürbar Motivation freigesetzt. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie viel Kraft in gut gestalteten Rahmenbedingungen liegt. Im weiteren Verlauf des Studiums habe ich viele solche Momente erlebt, die mein Verständnis von Führung als bewusste Gestaltung von Lernen und Zusammenarbeit nachhaltig geprägt haben.  
 
Krauth:
Neben den vielen neuen Erkenntnissen und Erfahrungen aus jedem einzelnen Modul war die Studienreise nach Maastricht im Herbst 2024 für mich ein besonderer Höhepunkt. Die dort gewonnenen Einblicke machten deutlich, dass andere Länder – und damit auch andere Schulsysteme – oft vor ähnlichen Herausforderungen stehen wie wir. In manchen Bereichen, etwa der datengestützten Schulentwicklung in den Niederlanden, sind sie bereits weiter. In anderen Feldern hingegen, wie der Umsetzung der Digitalisierung, zeigen sich vergleichbare Schwierigkeiten, die auch dort noch überwunden werden müssen. 

Redaktion: Was war Ihre Motivation, diesen Studiengang zu wählen?  

Tuncel: Meine Motivation war es, mich frühzeitig und wissenschaftlich fundiert mit Schulmanagement und Qualitätsentwicklung auseinanderzusetzen, bevor ich entsprechende Verantwortungsbereiche übernehme. Dabei war es mir wichtig, nicht ausschließlich auf Learning by Doing zu setzen, sondern Entscheidungen auf einer tragfähigen theoretischen Grundlage treffen zu können. Zugleich war die enge Anbindung an das ZSL ein wesentlicher Grund dafür, den Studiengang an der Universität Tübingen aufzunehmen. 
 
Alexandra Nienhaus: Meine Motivation, mich für den Studiengang einzuschreiben, war zum damaligen Zeitpunkt rein inhaltlich geprägt und nicht an konkrete Ambitionen für eine bestimmte Position gebunden. Vielmehr hatte ich ein ausgeprägtes intrinsisches Interesse an den Themen der verschiedenen Module – insbesondere an allen Aspekten der Organisationsführung und -entwicklung. Durch den Studiengang habe ich ein vertieftes Verständnis für bildungswissenschaftliche und bildungspolitische Zusammenhänge gewonnen und profitiere heute, als mittlerweile stellvertretende Schulleiterin, in hohem Maße von den Erfahrungen und Erkenntnissen der vergangenen zwei Jahre.

Redaktion: Was möchten Sie Personen, die sich für den Studiengang interessieren, mitgeben? 

Nienhaus: Personen, die sich für den Studiengang interessieren, möchte ich mitgeben, sich die eigene Motivation für die Wahl des Studiengangs immer wieder bewusst zu machen – insbesondere in Phasen, in denen es anspruchsvoll oder anstrengend wird.  
 
Müller: Interessierten möchte ich mitgeben, offen für neue Perspektiven zu bleiben und das eigene Führungsverständnis kontinuierlich zu reflektieren. Mir wurde im Verlauf des Studiums zunehmend bewusst, dass Theorien nur dann wirksam werden, wenn man sie aktiv auf den eigenen schulischen Kontext überträgt. Gerade dieser Transfer macht den Studiengang so wertvoll: Er erweitert den Blick auf Schule als lernende Organisation und stärkt die eigene Professionalität nachhaltig.  

Redaktion: Wir danken Ihnen für dieses Gespräch.